Nairobi-Arusha

Donnerstag, 15.10.2009
JAMBO - MY NAME IS SAMUEL


Wie oft habe ich das schon von anderen gehört: Wer einmal in Afrika war, hat sein Herz an diesen Kontinent verloren! Ob es daran liegt, dass hier der Ursprung der Menschheit liegt? Oder am Duft der Erde? Oder an der Freundlichkeit der Menschen? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem - ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich nach 2006 zum zweiten Mal den "schwarzen Kontinent" besuche. Meine Reise wird mich von Nairobi, der Hauptstadt Kenias, immer in Richtung Süden führen, über 6.000 km weit. Von der Serengeti und den Ngorongoro Krater nach Dar es Salaam auf die Gewürzinsel Sansibar. Von dort aus weiter über den Malawi See und den South Luangwa Nationalpark in Sambia zu den Victoria Wasserfällen. Fünf Länder werde ich dabei besuchen: Kenia, Tansania, Malawi, Sambia und Simbabwe.

In aller Herrgottsfrühe verlasse ich mein Hotel in Hanau. Der Flug nach Nairobi via London mit der British Airways startet um 07:50 Uhr. In Frankfurt ist Buchmesse, die Hotels sind unbezahlbar, da ist ein Hotel in Hanau noch die beste Lösung. Das Thermometer zeigt -2 Grad, als ich ins Taxi einsteige, das mich zum Bahnhof bringt. Gestern konnte ich via Internet meine Sitzreservierung beim Flieger vornehmen, für den Flug nach London habe ich einen geräumigen Platz beim Notausgang erwischt, für den Flug nach Nairobi habe ich eine Reihe für mich allein, so dass ich mich hinlegen und schlafen kann. Im Flieger nach London sitzt eine Engländerin neben mir, die 20 Jahre in Simbabwe gelebt hat, bevor sie vor Mugabes Schergen geflohen ist. Da bekommt man einige Tipps.

Die Sonne ist bereits untergegangen, als ich endlich in Nairobi lande. Am Flughafen werde ich bereits erwartet von Samuel, der mich zum Hotel bringt. Das Hotel Meridian liegt am Rande der Innenstadt, für 40 Euro weist mein Zimmer (oder besser: meine Wohnung?) ein Schlaf- und ein Wohnzimmer auf, ein Badezimmer, ein WC und einen Flur. Wow!

 



Freitag, 16.10.2009
JAMBO - BIST DU JONAS?

Leider liegt das Hotel an der Haupteinfallstrasse, so dass ich schon früh wach werde. Viel zu sehen gibt es in Nairobi nicht, vom Kenyatta Conference Center hat man immerhin eine tolle Aussicht, was man für 5 Euro aber auch erwarten darf. Ich habe dort im Gebäude meinen eigenen Begleiter, alleine hätte ich wahrscheinlich den (wie in Afrika üblich) nicht ausgeschilderten Weg vom Lift im 28. Stockwerk durch versteckte Türen, überraschende Winkel und eine Feuerleiter usw. in den 31. Stock wahrscheinlich auch nicht gefunden. Ein erstklassiges Mittagessen wartet auf mich im Thorn Tree Cafe, das schon stand, als die Hochhäuser Nairobis noch nicht existierten. Laut Reiseführer hat das Café im Schatten einer Akazie, wo jeder eine Nachricht hinterlassen kann, viel Atmosphäre. Das mit der Atmosphäre stimmt, das mit dem Schatten wird schwierig, wie soll ein kleines Bäumchen mit 10 cm Stammumfang das auch schaffen?

(c) Peter Belina

Gerade als ich gehen will, kommen zwei afrikanische Geschäftsleute auf mich zu und fragen mich auf deutsch, ob ich Jonas bin. Die Nachricht wurde an der Akazie hinterlassen. Wir seien verabredet wegen dem Verkauf einer Farm. Ich sitze am richtigen Tisch, mein T-Shirt habe die richtige Farbe, sähe aber zu jung aus. Tja, da kommen wir dann leider nicht ins Geschäft. Ob der Verkäufer noch gekommen ist?

(c) Peter Belina


 

Samstag, 17.10.2009
JAMBO, WO IST DIE STRASSE?


Heute morgen ein erstes Meeting mit den anderen Mitreisenden, draußen wartet unser umgebauter Lkw mit Fahrgastkabine. Mit Nomad war ich schon 2006 in Südafrika unterwegs, diese Fahrzeuge sind (fast) unverwüstlich, haben ihre eigene Küche dabei, am Dach zwei Kajaks und die Liegematten fürs Zelt, unten sind die Zelte verstaut. In Nairobi sind wir zunächst zu viert, in Arusha steigen noch sieben zu, die vorher den Kilimanjaro bestiegen haben. Hinzu kommen noch Mike, unser Fahrer, Ray, unser Guide und Koch, sowie Ole, unser Translator.

(c) Peter Belina

Wir fahren auf der Hauptverbindungsstraße von Kenia nach Tansania. Wieso Straße? Da ist keine! Praktisch die gesamte Strecke wird neu geteert, so dass wir fast die gesamte Stecke irgendwo links oder rechts der Straße zurücklegen und kräftig durchgeschüttelt werden. Hinzu kommt, dass in dieser Region eine Jahrhunderttrockenheit herrscht, die Straße staubt entsetzlich, laufend überqueren Staubwirbel die Piste. Da können 400 km richtig lang werden. Auch unser Campingplatz ist hoffnungslos verstaubt, aber in der Bar gibt es reichlich Abhilfe, etwa kenianisches Tusker-Bier oder tansanisches Kilimanjaro-Bier (in Malawi sollte es dann Kuche Kuche-Bier geben, in Sambia Mosi-Bier und in Simbabwe Zambesi-Bier). Überall gibt es natürlich auch den leckeren südafrikanischen Cider (Savanna Dry).

(c) Peter Belina

(c) Foto: Peter Belina


 

Sonntag, 18.10.2009
JAMBO, DA GIBTS FRESSEN

Die Löwin liegt auf der Lauer. Noch ahnt das Warzenschwein nicht, dass es in Kalamitäten steckt. Langsam pirscht sich die Löwin heran. Immer wieder verharrt sie einige Minuten in der Deckung des Flussbettes. Das Warzenschwein spürt, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist, wechselt die Richtung. Die Löwin hat aber Geduld. Rund 10 Minuten später lässt die Vorsicht des Warzenschweins nach, es nähert sich ungewollt immer mehr der Löwin. Als das Schwein nur noch rund 20 Meter weit weg ist, legt die Löwin einen Spurt hin und das potentielle Opfer rennt um sein Leben. Eine gute Minute setzt die Löwin ihrem Mittagessen nach und hat es auch fast, im letzten Moment entkommt das Schwein aber dann doch noch.

(c) Peter Belina

Wir sind mit zwei Jeeps im Serengeti-Nationalpark unterwegs. Es ist das Ende der Trockenzeit, die Ebene ist knochentrocken, die Chance, Tiere zu sehen, dafür entsprechend gut. Diese konzentrieren sich an den Wasserlöchern. Wir sollen heute, morgen und übermorgen tatsächlich die Big Five zu sehen bekommen, also Löwen, Leoparden (auf einem Ast liegend mit einer Antilope als Mittagssnack), Elefanten (auch Babies), ein Nashorn und jede Menge Büffel. Den Leoparden haben wir bestimmt zwei Stunden lang gesucht, der war so gut versteckt, dass wir mehrfach an ihm vorbeigefahren sind, ohne ihn zu finden, obwohl wir dank Funksprüchen wussten, wo er zu finden ist..

Löwen gibt es reichlich in der Serengeti

Neben der jagenden Löwin haben wir auch noch ein Löwenrudel getroffen, das Junge hatte- süß die Kleinen!

(c) Peter Belina



Montag, 19.10.2009
JAMBO, ICH MUSS AUFS KLO


Übrigens, Jambo ist Swahili und hierzulande die übliche Begrüssungsformel und bedeutet soviel wie Hallo, wie geht es Dir? Schön, Dich zu treffen! Alles Gute!

(c) Peter Belina
 

Heute vormittag sind wir weiter in der Serengeti unterwegs, wo wir außerdem noch Zebras, Gnus, Wildebeest, Antilopen, Affen, Nilpferde, Krokodile, Hyänen, Wildhunde, und, und, und sehen.

(c) Peter Belina

(c) Peter Belina

Mittagsrast ist am Rand des Ngorogoro-Kraters auf rund 2.300 Metern Höhe. Rund 700 Meter unterhalb liegt der Krater mit gut 20 km Durchmesser, die größte Caldera der Erde, die nicht mit Wasser gefüllt ist. Grzymek bezeichnete diesen Platz zu Recht als achtes Weltwunder. Der Blick ist unglaublich. Während wir essen, sammeln sich über uns die Geier, plötzlich stößt einer nach unten und schnappt einem Mitreisenden den Hühnchenschenkel aus der Hand, die arme Sau fällt vor Schreck vom Baumstamm, wo er sich gemütlich zum Mittagessen hingesetzt hat.

(c) Peter Belina
Auch unser Campingplatz liegt am Kraterrand. Neben dem Platz sind zwei Elefanten gerade am futtern. Ist schon eine komische Situation, wenn man, total verstaubt, zur Dusche will und dabei in fünf Metern Entfernung am Elefanten vorbei muss. Der beobachtet mich ohne Unterlass und als er dann auch noch die Ohren anlegt, schauen wir uns eine Weile beide tief in die Augen, bis er schließlich abdreht.

(c) Peter Belina

Irgendwie hatte ich das Bild des Advokaten aus "Jurassic Park" im Hinterkopf, der vor dem Tyrannosaurus Rex in Klohäuschen flüchtet und dort mitsamt des Klohäuschens aufgefuttert wird.

 



Dienstag, 20.10.2009
JAMBO, ES IST KALT UND REGNET!


In der Nacht wird es ziemlich kalt. Während die meisten von uns frieren, finde ich es recht angenehm. Am Morgen zum Frühstück bin ich mehrlagig angezogen. Es regnet, ist nebelig und kalt. Willkommen in Afrika!
(c) Peter Belina
Trotzdem fahren wir in den Krater hinein und werden nicht nur mit einer spektakulären Landschaft und etlichen Tierbeobachtungen belohnt, sondern auch mit einem tollen Wetter. Höhepunkte sind sicherlich das Löwenrudel, das gerade ein Zebra geschlagen hat und sich den Bauch vollschlägt, das Nashorn in nächster Nähe und die große Zebraherde. Der Ngorongoro-Krater ist zu Recht Weltnaturerbe!

(c) Peter Belina

(c) Peter Belina

(c) Peter Belina

(c) Peter Belina

(c) Peter Belina

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(c) Peter Belina

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